Und nun?
Weiterentwicklung seit dem 6. März bis zum 6. Juni 2007
Erinnert ihr euch daran, wie es war, wenn ihr als Kinder und vielleicht auch später noch als Erwachsener einen Stein in ein ruhiges Gewässer geworfen habt? Ihr suchtet, ja wähltet einen passenden Stein aus, hieltet ihn in der Hand und spürtet, wie er kühl und glatt in ihr lag. Ein Ausholen, und der Stein verließ in einem flachen Bogen eure Hand. Und mindestens ein Augenpaar verfolgte gespannt seinem Flug, sein Springen auf dem Wasser, bis eure Ohren den Plumps hörten, wenn er ins Wasser klatschte und dabei Ringe bildete. War es nicht so oder so ähnlich? Wie oft hat wohl jeder von uns dieses Spiel gespielt und hunderte von Steinen ins Wasser geworfen? War es nicht jedes Mal erneut beeindruckend? Und ist es das vielleicht nicht auch noch heute? Jedenfalls dann, wenn wir uns den Spieltrieb zumindest ein wenig erhalten haben.
Nun, so etwas ähnliches wie dieser Spieltrieb erfasste mich auch, als meine Ursprungsidee, für ein Jahr nach Australien zu gehen, sich ohne mein Zutun weiter entwickelte, sich ausweitete. Sie war quasi der Stein, der ins Wasser klatschte und Ringe um diesen Punkt zieht. Wobei dieser Punkt der Ort war, in dem ich inzwischen nun mal länger lebe, als ich es in der Stadt meiner Geburt oder sonst wo getan habe. Jetzt, im März 2007, sind es immerhin 22 Jahre. Verrückt, nicht wahr, 22 Jahre an einem Ort. Wobei ich hier immerhin auch fünf Mal umgezogen bin ~ immer schön um Hameln herum, wie die Ringe um den Stein. Ein Omen? Wer weiß.
Tja, und wie ich so damit anfange, mir die imaginären Ringe meines Steinwurfs auf dem Atlas mal etwas näher anzuschauen, stellt sich heraus, dass der erste noch durch Deutschland verläuft, genauer gesagt, durch Ostdeutschland, einem Landesteil, von dem ich herzlich wenig kenne, obwohl es dort in Thüringen noch einen Verwandten gibt, meinen ähnlich unbekannten Cousin + Frau.
In Thüringen, genauer Probstzella, dem Geburtsort meines Vaters, war ich zuletzt als kleiner Frischling. Wiederholen ließ sich dieser Besuch später nie mehr, da sich dieses Dorf im absoluten Grenzbereich befand, für den es einfach keine Besuchserlaubnis mehr gab. Aber seit der Wende wollte ich immer schon mal dort hin, um u.a. nach meinen Wurzeln im Osten Deutschlands zu schauen. Allerdings ist von diesen Wurzeln wohl nicht mehr viel zu finden, erzählte meine Schwester, nachdem sie im letzten Jahr danach gesucht hatte.
Aber auch nach Leipzig, Dresden, sowie Dessau, der Bauhausstadt möchte ich und nach Görlitz und damit in die Oberlausitz mit seinem Fürst-Pückler-Landschaftspark, der aus dem alten Braunkohle Tagebaugebiet entsteht / entstanden ist. Und so, wie es auf der Karte aussieht, und ich bei meiner Recherche auf der Homepage der Bahn herausfand, kann ich all diese Orte ~ sogar das kleine Dörfchen Probstzella ~ mit dem Zug erreichen. Nach etwas mehr als 5 ½ Stunden werde ich eine der ersten Anlaufstellen meiner Reise auf die andere Seite des Globus erreicht haben.
Dann soll es halt über die genannten Orte weitergehen, um entlängs der polnischen Grenze nach Rügen zu gelangen. Und von dort per Fähre nach Litauen, um die neuen Baltikum EU-Mitglieder ein wenig zu beschnuppern. St. Petersburg und Moskau sind dann die nächsten Bahn-Ziele.
Aus irgendeinem Grund, den ich nicht erkennen und natürlich auch nicht beschreiben kann, reizt es mich nicht sonderlich, durch Polen zu fahren und schon gar nicht durch Belarus / Weißrussland, dem Visa- und sonstigem Problem-Land par excellence, wenn ich den Berichten im Internet glauben schenken darf. Aber vielleicht tue ich dem Ganzen ja auch Unrecht.
Wie sich das aber alles gestalten soll, bzw. wird, das wissen die Götter. Bin ich vielleicht zu blauäugig in dem, wie ich an mein Vorhaben herangehe? Meine Vorstellung ist halt, mit der ersten Fahrkarte loszufahren, um dann jeweils vor Ort zu entscheiden, wie lange ich bleiben will und wann es weitergehen soll. Incl. der Ticketbeschaffung für die Weiterreise.
Sicher kann das ~ je weiter ich mich von „good old Germany“ entfernt haben werde ~ das ein oder andere Mal etwas dauern, weil ein Zug oder Bus ausgebucht ist oder mich gar in die falsche Richtung fährt, weil ich nicht richtig geschnallt habe, was der Fahrplan oder der Fahrkartenverkäufer mir sagen wollte. Na und!?! Dann dauert es halt etwas länger und der Umweg erhöht meine Ortskenntnis. We will see, wie eine Freundin immer zu sagen pflegte.
Aber mal ganz ehrlich gesprochen, bzw. geschrieben, Muffe habe oder bekomme ich schon, wenn ich mich so richtig da hinein begebe. Schließlich bin ich doch trotz meines fortgeschrittenen Alters ein Backpacker-, ein Globetrotter-Baby mit Fast-Null-Erfahrung auf diesem Gebiet, wenn ich mal die 4 Wochen Thailand außen vor las. Aber wie heißt es doch so schön? „Man muss alles zum ersten Mal gemacht haben.“ Gelle? Und ein bisschen Schiss vor der eigenen Courage gehört dann mit dazu. So wie neulich, als aus diesem Bisschen ein schier unüberwindlich erscheinender riesiger Klops wurde, der auf mir lastete und mich auf der ganzen Linie lähmte.
„Eigentlich“ hatte mich nur ein Husten erwischt. Der sich aber ~ wie sich herausstellte ~ zu einem der heftigsten und zeitlich am längsten andauernder seiner Sorte entwickelte, die ich je in meinem Leben über mich ergehen lassen musste. Einschließlich eines Keuchhustens, der mich als Kind mal plagte. Drei Wochen lang war ich nicht in der Lage, auch nur einen Satz ohne lautestes Bellen von mir zu geben, also hielt ich die Klappe. Weitere drei Wochen dauerte es, bis ich dann endlich wieder zuerst einen, dann zwei, dann drei und mehr komplette Sätze hustenfrei einem Gesprächspartner übermitteln konnte. Und das Schärfste, nichts half – weder die alten Hausmittelchen, noch homöopathische, noch die Hammermittel der Pharmalobby. Ich musste einfach da durch, wie ein krankes Reh o.ä., dass sich in den dunklen Tann zurückzieht, um wieder gesund zu werden. Der Hustinettenbär lässt grüßen.
Aber warum erzähle ich das? Nun, weil der Husten, bzw. die Zeit des Hustens etwas bewirkte. Es kristallisierte sich zuerst ein Gedanke, eine Überlegung, eine Frage heraus, „Was wäre, wenn mir so etwas unterwegs in den Weiten von Mütterchen Russland, in Down Under oder wer weiß wo passieren würde?“ Zumal der Husten während der gesamten Zeit mit einer elenden körperlichen Schwäche gepaart war, die es mir kaum möglich machte, mich den dringlichsten Dingen des Tages zu stellen. Würde ich dann in irgendeinem Guesthouse vergammeln, weil ich meinen Rucksack und mich selber nicht weiterbewegen könnte?
Da ich in dieser Zeit nichts großartiges tun konnte, habe ich viel gelesen. Vorzugsweise Literatur, die sich zwar mit meinem Vorhaben beschäftigte, aber schon ein wenig in der Ecke rumlag, weil anderes erst einmal lesenswerter erschien. So hatte ich von einer erfahrenen und von mir sehr geschätzten Travellerin das MERIAN Heft „Mongolei“ geschenkt bekommen. Und in diesem Heft konnte ich nun ähnliche Dinge lesen ~ nur noch um einiges verschärft ~ wie seinerzeit über Chile. Diese Infos hatten schon damals den ursprünglich mal angedachten Weg, über Chile und die Osterinseln nach Down Under zu gelangen, für mich als nicht machbar dargestellt. Zu unterschiedliche klimatische Bedingungen ~ im Gegensatz zu Australien ~ die eine andere Ausrüstung erfordern würden und Preise für die Unternehmungen, die ich gerne hätte machen wollen, die mein „low cost budget“ nicht verkraften würde. Quatsch, ich war nur zu faul Spanisch zu lernen.
Und in diesem verdammten Heft las ich nun in meinem eh schon angeschlagenen Zustand, dass die Mongolei gerade mal über etwas mehr als 3000 Kilometer Straßen verfügt, was es nach Aussagen der MERIAN Autoren zwingend erforderlich macht, sich bei entsprechenden Veranstaltern all das organisieren zu lassen, was man vom Land gerne sehen möchte. Mit den entsprechenden Kosten natürlich. Alleingang sei schlichtweg unmöglich oder zumindest auf Grund der Sprachbarriere kaum möglich. Und preiswerte Unterkünfte gäbe es auch nicht. Was wiederum mit aller Macht in die alte Kerbe haute, dass ich mit meiner Taschengeldrente einfach zu unbemittelt sei, um meine Reise ohne Schiff- oder sonstigen Bruch zu organisieren.
Denn schließlich hatte sich auch mein persönlicher Finanzierungsplan für noch fehlende Ausrüstungsgegenstände bisher nicht realisieren lassen, geschweige dass ich so etwas wie einen US-Dollar-Notgroschen in kleiner Stückelung für unterwegs hätte anlegen können. Mir war immer noch nicht klar, woher ich jeden einzelnen dieser zusätzlichen Taler nehmen sollte, um zumindest einige der wichtigen Dinge erstehen zu können, von denen ich meinte, sie für die Reise zu benötigen.
Nicht der kleinste Auftrag kam rein und meine Seminare fielen der Reihe nach aus. Es war, als hätte ich mich mit meiner Vorruhestandsantrags-Entscheidung zugleich komplett aus der Welt der Arbeit und des Geldverdienens abgemeldet. Es gab mich dort anscheinend nicht mehr. Wie sollte ich so auch nur den geringsten Betrag sparen, wo meine Mini-Rente doch gerade mal ausreichte, um den Monat mit Ach und Krach zu überstehen?
Dabei hatte ich mir alles soooo schön überlegt. Jeden Monat zusätzlich zu meiner vorgezogenen Staatsapanage die erlaubten 350 Euro + 2 mal 700 Euro einzunehmen. Das wär’s gewesen, es hätte mir aufs Fahrrad geholfen. Auf diese Weise hätte ich bis zum angedachten Abreisetag finanziell all das bewerkstelligen können, was es halt zu bewerkstelligen galt. Schließlich gibt es so noch so einiges, was meine begehrlichen Augen im näheren oder weiteren Blickfeld hatten. Als da wären: eine schnuckelige digitale Spiegelreflex, gescheite Treckingschuhe, ein geeignetes Speichermedium à la Ipod für die Fotos + ein wenig Musik, ein kleines, aber feines Subnotebook oder einen neuen Rucksack, da mein jetziger bereits über 10 Jahre alt ist und sich damit sicher nicht auf dem heutigen Entwicklungsstand befindet. Oder das Geld für die ersten Fahrkarten, sowie die benötigten Visa und die Auslands-KV, die ich mindestens für das erste Jahr gerne in einem Rutsch vorweg bezahlen möchte, wie auch den reduzierten Beitrag für meine normale Krankenversicherung, der einfach per staatlicher Bestimmung bezahlt werden muss, ohne eine einzige Leistung der Kasse in Anspruch nehmen zu können, außer der, dass sie einen bei der Rückkehr gnädig wieder aufnimmt und nicht ohne Versicherungsschutz im Regen stehen lässt. Wegelagerer.
Tja, und dann saß ich da mit meinem immer kürzer werdenden Hemd und überlegte allen Ernstes, ob das nun die Zeichen sind, die mir verklickern sollen, dass ich mit meinem Arsch gefälligst zu Hause bleiben soll. Oder viiiielleicht doch der Flieger ... ??? GRRRRR. Alle Begeisterung, aller Mut löste sich buchstäblich in gaaaanz dünne Luft auf, ähnlich der in 5000 m Höhe, die ich bisher nie schnuppern durfte.
Ergebnis: Zu dem Gespräch, das ich mit meinem Vermieter wegen der Wohnungsaufgabe hatte führen wollen und wegen des Hustens verschoben hatte, konnte ich mich plötzlich nicht mehr aufraffen. Ich schaffte es einfach nicht, ihn anzurufen. Meine Russisch Ypók’s (urók’s = Lektionen, wobei ich das Apostroph und das s eingedeutscht habe, da ich den Plural des Wortes nicht kenne, vielleicht Ypókи = uróki), dümpelten vor sich hin. Wofür sollte ich mich noch mit unbekannten Vokabeln und ebenso unbekannten Hieroglyphen quälen?
Was soll ich sagen, damit hatte ich nun überhaupt nicht gerechnet, dass es mich nach über einem Jahr Vorfreude und Vorbereitung so aus den Puschen hauen würde. Meine Verfassung passte somit vorzüglich zu meinem sonstigen Zustand. Sollte es das nun gewesen sein? Würde sich mein Traum, meine Vision damit erledigt haben und endgültig ad acta gelegt werden? Ich war drauf und dran alles zu canceln. Sooon Schiet aber auch.
Aaaaaber, genauso langsam, so, wie sich der Husten vom Acker machte, kehrten auch meine Lebensgeister und die meines Reise-Wunsches zurück. Wenn auch noch nicht wieder so vehement, wie in der Anfangszeit. Aber immerhin deutete alles darauf hin, dass der unterbrochene Countdown wieder eingesetzt hatte, und das kleine blaue Blümchen der Zuversicht wieder weiter wachsen konnte. Wenn im Moment auch mit fragend sondierenden Gedanken, wie es denn nun weitergehen könnte.
Ein Lichtblick und ein 300 PS starker Motor war, dass ich einen Mini-Job als Fahrer fand ~ ich brachte älteren Menschen mittags das Essen. Etwas was mir sehr viel Spaß machte, nachdem ich im Sinne des Wortes reingerochen hatte und klar war, dass mein Auto nicht nach Essen riechen würde. Durch die Gegend fahren, mit den Oldies ein paar Takte schnacken und dafür die benötigten Euro einzustreichen, das war einfach Klasse. Ich sah endlich Land.
Himmihergottsackranochemal ~ und wenn ich denn als Traveller-Baby noch nicht über die erforderlichen Erfahrungen verfüge, die das allein von mir und den Gegebenheiten eines Landes bestimmte Reisen in den angepeilten Regionen (noch) nicht mit dem absoluten Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zulässt, dann werde ich sie halt sammeln, wie andere die Flugmeilen. Und wenn sich dafür der Hinweg (zumindest anfangs) einfacher gestalten muss. Na bitteschön, dann kommt halt die Gobi, der Altai, das Hochland in Nepal oder Tibet ~ und was mich ansonsten noch alles so angelacht hatte ~ eben später, auf dem Rückweg dran. Mit all den Erfahrungen auf der Habenseite, die ich dann bereits sammeln konnte. Vielleicht werden so dann aus den 1 bis 3 Jahren, 4 oder 5 oder, oder. Eine Vorstellung, die mein Herz nach diesem Absturz wieder zum Lachen bringen konnte. Zumal ich just das fantastische Buch „Abgefahren“ von Claudia Metz und Klaus Schubert gelesen hatte, bei denen aus den mal geplanten 10 Monaten schlussendlich 16 Jahre wurden. Hach, dann wäre ich 80 (in Worten achtzig) und immer noch on the road. Geil, oder? Ein Oldie unter den Backpackern und Globetrottern.
Das Leben, die Welt war plötzlich wieder schön ~ so platt das auch klingen mag. Aber diese große Kugel (oder ist es doch ’ne Scheibe) lag nun wieder sichtbar vor meinen Füssen, um sie in einem größeren Rahmen zu betreten und kennen zu lernen. Und das inzwischen wieder ohne die Ängste, die neulich so drohend vor mir / in mir aufgestiegen waren und mich zu irgendwelchen einschränkenden Gedanken verleitet hatten. Ich werde es unterwegs sehen / erkennen / wissen, was ich tun will. Und wenn ich in die Gobi möchte, wird es extra für mich einen Weg hinein geben. Und genauso wird es mit Tibet sein, mit Indien, usw. usw. Wenn es dran ist, werde ich mit Sicherheit nicht warten, bis ich auf dem eventuellen Rückweg bin. Vielleicht sieht der ja dann schon wieder ganz anders aus, als ich es heute noch denke.
Also surfte ich erneut wissbegierig im Internet, tummelte mich auf all den Seiten, die ich schon länger ansteuern wollte, aber es bisher noch nicht getan hatte und auf neuen, die ich just erst entdeckt hatte. Und ich suchte wieder nach Sendungen im TV, die sich mit einer anderen Art zu reisen befassten, als bei VOX wolkenlos und ähnlich seichtem Zeugs. Hinzu kam, dass mein jüngster Sohnemann mich besuchen kam ~ der, der das Ganze bereits in umgekehrter Reihenfolge hinter sich gebracht hatte. Er meinte nur dröge: „Was lieste auch für'n Scheiß?“ Und dann erzählte er mir u.a. wie preiswert es sich in der Mongolei übernachten und versorgen ließe und dass man überall hinkäme, wenn man es wolle. Und das praktisch „Organisation-s-frei“.
Ich informierte nun endlich meinen „Landlord“, schrieb anschließend meine Kündigung und gab meine erste Unterstell-Suchanzeige für meine Klamotten auf. Womit dann auch gleich klar war, dass ich dann in den letzten Juli Tagen anno 2007 meine Wohnung leergeräumt und besenrein dem Nachmieter übergeben muss, um dann, oder in den ersten Augusttagen, mit gepacktem Rucksack zum Fahrkartenschalter zu düsen und mir (m)eine Fahrkarte Richtung Ostdeutschland spendiere.
Der Countdown läuft nun wirklich, mit jedem Tag rückt der Tag X näher und näher. Erste Kartons mit Dingen, die ich in den nächsten Tagen sicher nicht mehr brauchen werde, stehen bereits in diversen Ecken. Dinge, von denen ich mich so oder so trennen will, gehen den Weg alles Irdischen. Und ich erzähle allen, dass ich Deutschland in Kürze auf unbestimmte Zeit den Rücken kehre. Rufe Menschen an, mit denen ich lange nicht mehr gesprochen habe und maile es in die Welt hinaus, dass ich komme. Oouh Leute, dass ist ein Gefühl, ich sag es euch. Selbst beim Zahnarzt war ich schon zu einer Art Schlusskontrolle meiner Beißerchen, bei der mir der Lümmel doch gleich einen schon länger von ihm ins Visier genommenen Weisheitszahn klaute. Na ja, besser schnell noch hier, als irgendwo in der Mongolei oder so und das womöglich mit 'ner Kombizange.
Und Räumlichkeiten habe ich nun auch, so dass mir die bereits gepackten Kartons nicht mehr länger vor den Füßen stehen müssen, sondern rübergekarrt werden können, um wiederum neuen noch leeren Platz zu machen. Auf dass sich Stück für Stück mein Hausstand an dieser Stelle hier verringert. Was will ich mehr, auch wenn das alles langsam aber sicher ein ziemliches Kribbeln in einer bestimmten Gegend meines Körpers erzeugt.
