Fast 3 Monate sind vergangen ... 

... seit ich am 03. Mai 2011 mitten in „Mille et une Nuit“ in Marokko, genauer gesagt, im bunten und verrückten Marrakesch gelandet bin. Hier startete mein persönlicher Countdown des Vergessens, denn laaaangsam vergaß ich (fast) alles, die Zeit, mich selbst, meine Leute zu Hause und an anderen Orten der Welt, meine Reise Homepage und meinen ursprünglichen Plan auch Portugal und Spanien endlich mal näher zu erkunden. Das Märchen 1000 und 1 Nacht zog mich voll in seinen Bann. Trotzdem war es dann aber irgendwann so weit, dass ich meine letzten Tage und Stunden in Tanger verbrachte, der Endstation meines Marokko Aufenthalts und auf meine Fähre nach Barcelona wartete. Denn zumindest in diese spanische Stadt ~ für mich die Gaudi Stadt ~ wollte ich für ein paar Tage eintauchen, vor dem Schlenker nach Südfrankreich in die Nähe von Toulon, um dort einen alten Freund und seine Frau zu besuchen, den ich seit Jahren nicht mehr gesehen hatte. Sie kannte ich noch gar nicht. Und nun, Ende Juli, bin ich endgültig wieder „at home“. Seufz.

Da ich meine Reisehomepage nun mal sträflich vernachlässigt habe, soll dieser kleine Zwischenbericht eine Art Bindeglied zu meinen noch fehlenden Berichten sein ~ sie folgen noch, Stück für Stück, quasi als Nachtrag ~ zumal es nahezu unmöglich ist, in derart kurzer Form die Zeit zu beschreiben, die ich an den unterschiedlichsten Orten verbrachte. Eine sehr intensive Zeit, in der ich ~ neben vielen anderen Dingen ~ auf interessante Leute sowohl aus Marokko, als auch aus anderen Ländern traf. So sah es z.B. aus, als wenn halb Südamerika hier unterwegs sei, denn aus fast jedem südamerikanischen Land sind sie mir immer wieder über den Weg gelaufen, haben sogar teilweise mit mir in meinen Unterkünften gewohnt. Und natürlich traf ich zur Eingewöhnung auch die „bad boys“, die es anfangs ~ trotz meines Lehrjahres in Asien ~ immer wieder schafften, mich mit ihren Tricks, ihrem Charme, ihrer Dreistigkeit und was sie sonst noch so drauf hatten, um ein paar Dirham zu erleichtern. Und auch die Bettler haben es auf die eine oder andere Art immer wieder geschafft, mich zu erweichen.

Neben dem Hanf, der im Rif Gebirge quadratkilometerweise zu finden ist, gehörten auch ~ neben anderem ~ die Unmengen an Störchen für mich zu Marokkos Wahrzeichen. Wusste ich doch bisher nicht, dass es so viele dieser großen Vögel an einer Stelle geben kann und das sogar auch noch mitten in den großen Städten, statt in Feuchtgebieten, in denen ich Vater Adebar bisher immer nur mal einzeln und gelangweilt herumstehen sah, weil sich kein Frosch opfern wollte. Und hier gab es überall gleich Dutzende von Familien mit jungen Störchen und dem ganzen Geklapper, dem sie ja ihren Namen Klapperstorch zu verdanken haben. Ich habe immer wieder mehr als 50 dieser Vögel in einem Clan zusammengefasst gezählt. Vielleicht gibt es ja deshalb bei dem Angebot an geflügelten Transporteuren in Marokko noch so viele Kinder.

Und wie schon gesagt, binnich nu wieda daheme und es heißt erneut auf die erforderlichen Taler für den nächsten Trip zu sparen,
Inchallah.