Meknès + Moulay Idriss/Volubilis ~ Teil 1


Etappe 7 ~ v. Mi. 15.6. bis So. 19.06.2011


Meine zweite Zugfahrt in Marokko, dieses Mal mit einem Schlenker auf der Karte nach rechts, wieder ins Landesinnere hinein, Richtung Mittlerer Atlas und Fès. Genauer gesagt, erst einmal nur nach Meknès, der kleinen Schwester von Fès, wie die Stadt auch genannt wird (was die Leute in Meknès natürlich gar nicht gerne hören, denn sie sind stolz auf ihre Stadt und den Unterschied zu Fès). Mit diesem Schlenker entfernte ich mich zugleich auch wieder von der Küste, mit ihren doch recht angenehmen Temperaturen, selbst in der Innenstadt.

Meknès fühlte sich vom ersten Augenblick einfach nur heiß an. Das heißt, eigentlich bereits schon im Zug, als wir der Stadt immer näher kamen. Die Hitze stürzte sich förmlich auf mich, als ich auf Anraten eines Mitreisenden den Zug leider bereits am ersten Bahnhof, dem Hauptbahnhof von Meknès verließ. Es gibt noch einen zweiten, den El Amir Abdelkadar, und der hätte deutlich günstiger gelegen. Aber auch ein Marokkaner kann anscheinend nicht zugeben, dass er etwas nicht genau weiß, wie damals schon die Indonesier. Und in dem Moment, als ich auf dem Bahnsteig stand, machte sich auch schon das unangenehme Gefühl wieder breit, im eigenen Saft zu schmoren, was noch zusätzlich durch die hügeligen Straßen und Wege in Meknès mächtig verstärkt wurde. Aber da musste ich die ganzen nächsten Tage wohl durch, denn auch in Fès und allen weiteren Städten dürfte es mindestens ähnlich bergauf und bergab gehen wie hier, und man würde kaum extra für mich die Hügel abtragen oder zumindest eine große Klimaanlage oder einen riesigen Fan über der Stadt installieren.

Mein erster Streifzug durch die alte Medina war entsprechend ein Sich-fort-bewegen von Schattenfleck zu Schattenfleck, immer von dem Wunsch beflügelt, dass eine der hin und wieder mal auftauchenden Windböen für etwas Kühlung sorgte. Auch das alles hatte ich noch gut von meiner damaligen Reise in Erinnerung und wusste, dass ich ihm nicht entrinnen konnte. Dabei fiel mir auf, dass in Meknès seltsamerweise viele Straßen total nach Süden ausgerichtet sind, so dass ich vor allem in der Mittagszeit Mühe mit dem Schattenspringen hatte, weil keiner mehr da war und somit der Sonne kaum ausweichen konnte. Mein Darwin-Schlapphut kam wieder sehr zu Ehren. Aber interessanterweise war es in den weit oben in 10 Meter Höhe mit schattenspendenden Konstruktionen überdachten Souks am kühlsten. Ich hätte mir am liebsten einen Klappstuhl besorgt und mich dort neben einem der Shop Inhaber häuslich niedergelassen. Und so wurde für mich ganz deutlich, dass der Akklimasitionsprozess noch nicht durchstanden ist. Wobei ich den 100prozentig wohl eh nie schaffen werde.

Selbst meine heißgeliebte Marokko-Droge, der frisch gepresste O-Saft, ist hier nicht mehr das, was er bisher war, ein kühles Labsal meiner trockenen Kehle. Denn hier scheinen sie ihn an den meisten Straßenständen nicht zu kühlen und schütten einem lauwarme Plörre ins Glas. Da werde ich wohl noch ein wenig auf die Pirsch gehen müssen, um irgendwo wenigstens hin und wieder diesen Kick verspüren zu können. Bei der Größe der Ancienne Medina und der auf der anderen Seite des inzwischen ausgetrockneten Flusstals des Oued Bou Frekane liegenden Nouveau Ville, müsste das doch möglich sein. Was es aber nicht war, wie sich herausstellte, denn in der Medina fand ich kaum einen und in der Neustadt nicht einen O-Saft Stand am Straßenrand, als ich mich mal aufmachte, um den zweiten Bahnhof von Meknès zu finden und zu erkunden. Schließlich wollte ich von dem aus ja dann irgendwann nach Fès weiterfahren. Solche Dinge kläre ich nach wie vor gerne im Vorfeld ab, denn dann weiß ich schon mal, wie dieser fremde Hase läuft. Und so erfuhr ich dann auch, dass jede Stunde ein Zug nach Fès fährt, auch am Sonntag. Was dann aber doch nicht stimmte, wie sich am Abreisetag herausstellte und für unnötigen Stress sorgte. Soviel zum Thema im Vorfeld gerne alles genau wissen zu wollen.

Dieser Fußmarsch in die Neustadt bedeutete immerhin 20 Minuten durch nahezu schattenloses Terrain. Und das würde ich selbst für einen gekühlten O-Saft wohl eher nicht auf mich nehmen, da war ich mir ziemlich sicher. Wenn ich also die Neustadt wieder betreten wollte, würde ich die 20 Minuten Fußmarsch in eine kurze Taxifahrt für ein paar Dirham umwandeln. Auch da war ich mir sicher. Wo ich mir im ersten Moment aber noch nicht sicher war, ob ich mein Maroc Hotel in der Medina beibehalten oder in die Nouveau Ville umziehen sollte, weil die Hotels dort mit einem Fan oder gar einem Klimagerät lockten. Denn meine Bleibe stellte sich als ganz prächtiges Sauna-Zimmer heraus, da ab Mittag die Sonne voll auf dem Fenster stand und den Raum, trotz Holzläden, lecker aufheizte. Leider kam nie jemand zum Aufguss. Trotzdem habe ich bis dahin selten eine so schweißtreibende erste Nacht in einem Hotel verbracht. Und das, obwohl der Innenhof mit einem Orangen- + Zitronenbaum + anderer Pflanzen bewachsen war. Nur leider befand sich mein Zimmer im Obergeschoss, dem Geschoss für ausländische Touristen, das oberhalb der Baumgrenze lag, während die Zimmer für Marokkaner und andere Afrikaner sich im beschatteten Erdgeschoss befanden.

Auf die Frage warum? versicherte mir Abdul, der junge Mann an der Rezeption bei meinem Wunsch zu tauschen, hätte diese Art Rassentrennung den klaren Grund, weil Einheimische sich anders im Hotel verhielten, nämlich lauter, rücksichtsloser usw. Wodurch es immer wieder zu Beschwerden ausländischer Gäste gekommen sei. Einheimische bekämen die Lampen in ihren Zimmern sogar nur mit den von der Watt Zahl her möglichst kleinsten Leuchtmitteln bestückt, weil sie das Licht andauernd brennen ließen, wenn sie aus dem Haus gingen, erfuhr ich außerdem, nachdem er meinem Tauschwunsch entsprochen hatte, und ich die Tranfunzel in meinem Einheimischen Zimmer reklamierte und dann eine 100 W Birne für Ausländer eingeschraubt bekam. Ich hätte mich mal wieder so beömmeln können. Zumal der Beweis mit dem Lautsein kurz nach meinem Wechsel bereits im Nachbarzimmer angetreten wurde. Dieses Zimmer teilten sich 3 farbige Frauen, die tatsächlich das ganze Erdgeschoss aus ihrem Zimmer heraus und auf dem Flur lautstark beschallten. Aber das erlebte ich nur ein einziges Mal, denn am anderen Tag zogen sie weiter. Ansonsten habe ich mich in meinem neuen Zimmer ganz wohl gefühlt, vor allem des Nachts, weil es durch die schattigen Bäume doch relativ kühl blieb. In diesem Hotel gab es ~ wie in allen anderen Hotels in der Medina ~ wieder nur ein Waschbecken auf dem Zimmer und ansonsten eine saubere Gemeinschaftsdusche + ebensolchem WC auf jeder Etage. Parallel dazu gab es auch noch eine Hocktoilette. Und witzigerweise musste ich meine Rolle mit rosarotem Toilettenpapier an der Rezeption für 4 Dirham kaufen, während ich ein Handtuch auf Nachfrage gestellt bekam. Aber auch das mit dem Toilettenpapierkauf kannte ich ja schon aus anderen Hostels meiner damaligen Reise.

Aber bis all das so weit war und geschehen konnte, fuhr mich der Taxifahrer vom Hauptahnhof aus erst einmal zweimal um den Block, weil er ~ wahrscheinlich als einziger ~ das Maroc Hotel nicht kannte, und ich ihn nach unserer Irrfahrt erst mal von meinem Handy aus im Hostel anrufen ließ, um in Erfahrung zu bringen, wie und wo er mich denn abliefern könnte. Da hatte sich doch schon das Beispiel von dem unwissenden Taxifahrer bestätigt, aber zugleich auch meine Ortskenntnis bereits erhöht, was sich dann beim ersten Rundgang schon bemerkbar machte, denn immerhin wusste ich schon, wo sich in Meknès der große Platz, die Place El Hedim befindet, der ursprünglich mal für königliche Verkündigungen, sowie Hinrichtungen genutzt wurde. Blutflecke waren keine mehr zu sehen. Leider wird er den ganzen Tag von der heißen Sonne bestrahlt, was dafür sorgt, dass der nicht ganz kleine Platz fast Menschenleer daher kommt und wie eine heiße Herdplatte glühte. Es fehlte nur das trauliche Rot. Etwas Schatten gab es allenfalls unter den Sonnenschirmen einiger Cafés und Restaurants am linken Rand des Platzes, wo sich auch die Markthalle anschließt. Und so fristeten 2 aufgemotze Hengste, ein schettiähnliches Pferdchen ~ ebenfalls Hengst, Wallache habe ich in Marokko nie gesehen ~ und ein ebenfalls aufgemotzes Dromedar auf dem Platz, mitsamt ihrer Herren, ihr Dasein dadurch, dass sie darauf warteten, dass jemand in der Hitze auf die Schnapsidee kommen würde, sich in den Sattel zu schwingen und fotografieren zu lassen. Das habe ich nicht ein einziges Mal gesehen, aber einmal mitgekriegt, wie eines der Pferde unerlaubterweise, aber selbstständig, unter eines der aufgestellten Partiezelte am rechten Rand des Platzes marschierte, um wenigstens für einen Moment der Sonne zu entgehen. Und vielleicht sieht es ja auf dem größeren Vorbild dieses Platzes, dem Jemna el Fna in Marrakesch ähnlich aus, denn auch dort dürfte es inzwischen genauso affenheiß sein, wie hier. Und Schatten gab es dort direkt auf dem Platz ja auch nicht. Jedenfalls nicht, als ich dort war.

Also, dieser riesige und dabei so leere Sonnenplatz war nicht mein Ding, und ich saß auch nicht gerne unter den Sonnenschirmen am Rand, denn darunter war es immer noch wärmer, als im Schatten der Häuser, die in der einen oder anderen Straße doch so standen, dass sie die Stühle und Tische der dortigen Cafés und Lokale beschatteten. Oder in den wenigen Arkaden Gängen, wenn sie denn halbwegs frei gehalten waren. Außerdem hatte einer der Bedienungen unter den Sonnenschirmen mal wieder versucht, mit mir sein spezielles Spielchen zu spielen, ohne dass ich darauf rein gefallen wäre.

Ich hatte mich von ihm an einen Tisch locken lassen und zu Mittag gegessen. Dafür sollte ich dann incl. Getränk 74 Dirham löhnen, zahlte mit einem Hunni und sagte ihm, dass ich 20 DH wieder haben möchte. Und was macht dieser Knilch, er überhört das geflissentlich, kommt über alle vier Backen strahlend zurück und verkündet, dass es so stimme, und er sich über meine Großzügigkeit freue und mir noch einen vergnüglichen Tag wünsche. Wie, es stimmt so? Wo sind meine 20? Na, die würde ich ihm doch wohl als guter und reicher Deutscher als Trinkgeld überlassen. Und genau das tat ich dann gerade nicht, hätte es sowieso nicht getan, es sei denn die Rechnung hätte 200 DH betragen, wegen der üblichen 10% und ließ mir die ganzen 26 DH wieder geben. So ein dreistes Arschloch.

Dabei ging es auf diesem Platz auch durchaus anders zu. Denn an einem anderen Tag gelüstete mich nachmittags nach einem Stück Kuchen + Kaffee und irrte über den Platz auf der Suche nach einem geeigneten Lokal. Damit aber stand ich zum wiederholten Mal vor dem Problem, dass es Läden gibt, in denen ich zwar Kuchen kaufen konnte, aber keinen Kaffee bekam oder Cafés, in denen es keinen Kuchen gab, sondern nur Kaffee. Denn noch hatte ich nicht gelernt, es wie die Einheimischen zu machen und mir den Kuchen ~ oder was auch immer ~ in einem beliebigen Laden zu kaufen und mich damit dann in das Lokal zu setzen, in dem ich die Ergänzungen, wie Kaffee oder anderes bekommen konnte. Und in diesem suchenden Moment spricht mich wieder einer dieser Marokkaner mit den super empfindlichen Antennen an ~ mit denen sie wirklich alles, aber auch alles mitkriegen, erraten oder erfühlen oder was weiß ich, wie sie das machen ~ und fragt mich, ob er helfen könne. Und er konnte. Zuerst lud er mich erst einmal in sein Café ein, dass sich am Kopfende des Platzes befand und erzählte mir auf dem Weg dorthin, dass er gleich mit mir in die Markthalle ginge, um Kuchen bei einem befreundeten Bäcker zu kaufen ~ bei wem auch sonst? ~ er müsse nur noch kurz eben etwas in seinem Café erledigen.

Icke hörte schon wieder die Nachtigall trappsen, so nach dem Motto: Und zum Schluss zahle ich dann für beides soviel, als wäre ich mit 'ne ganzen Kompanie Kuchenessen gegangen. Aber ich ließ mich darauf ein. Und siehe da, ich bezahlte für das leckere Gebäck in der Markthalle ganze 7 Dirham ~ richtigen Kuchen gab es nicht ~ und für den Kaffee noch mal den gleichen, völlig normalen Betrag. Und ich hatte in meinem Übereifer soviel Gebäck ausgesucht, dass ich die Schachtel im Café noch kreisen lassen konnte. Für seinen Hilfsdienst wollte er nichts, nahm aber dann doch beim Kaffeebezahlen die 5 DH Trinkgeld, die ich gerne rausrückte, im Gegensatz zu dem Typen zuvor. Wie schon einige Male an anderen Orten, lagen auch hier wieder die beiden Extreme ganz dicht nebeneinander. Genauso, wie das auch fast bei allen städtischen Gegebenheiten in der Altstadt der Fall war.

Zum Beispiel gab es auf der einen Seite den gähnend leeren Platz, der sich in einer Art Kontrast Programm dann abends füllte, wenn die Hitze ein wenig abfiel. Dann aber mit aller Macht, so dass er überzuquellen schien. Denn wie überall in Marokko, kamen Groß und Klein, Alt und Jung dann in Massen von irgendwoher, um das morgendliche und nachmittägliche Vakuum zu füllen. Der Straßenverkehr kochte um diese Zeit fast über ~ und das bis spät in die Nacht ~ und es ging nur noch im Stop and Go + Hupkonzerten ohne Ende. Und auf den Bürgersteigen, auf kleinen und großen Plätzen, in den Cafés und Lokalen, in den Souks und den Gassen der Medina war es spätestens ab acht / halb neun genauso. Wo hatten diese vielen Menschen sich bloß den ganzen Tag versteckt?

Besonders voll war abends aber der Platz, weil es hier jeden Abend kostenfreie konzertähnliche Darbietungen von Musikern aller Art gab. Mal hörte es sich für meine Ohren gut an, so dass ich zuhören konnte, und dann wieder flüchtete ich, weil ich mit der Musik, dem Gesang oder beidem wenig anfangen konnte. Aber an einem der Abende, an denen ich zuhören konnte,
tauchte ein Einheimischer mit einem umgebauten Kinderwagen auf, auf dem er einen Stapel flacher großer runder Blechbüchsen transportierte. Ähnlich der früheren Filmdosen in den Kinos, nur noch größer im Durchmesser, bestimmt 50 cm, aber nicht so dick. Und aus der obersten entnahm er mit einer Art Spatel kleine Stücke von ca. 6 x 6 cm, packte sie auf ein kleines, etwa gleichgroßes Stück Papier, streute aus einem Glas Zucker darüber und aus einem anderen Zimt, wie ich vermutete und brachte das Stück für 1 Dirham, also keine 10 Cent an den Mann, die Frau oder das Kind.

Für mich passte das Bild prima in das Bild der vielen süßen Sachen ~ Kuchen, Plätzchen usw. ~ die ich schon kannte. Aber das hier war weich und sah aus, wie eine Art fester Mehlspeise, die ich probieren MUSSTE. Und dann kam der Hammer. Von wegen süß, das Weiße war Salz und das Zimtfarbene war Chilipulver. Sehr pikant also das Ganze. Aber erst einmal mussten meine auf Zucker und Zimt gepolten Geschmacksknospen sich umstellen, dann war's gut. Ich würde es wieder nehmen, wenn ich den Typen mit seinen Filmrollen erneut sähe. Und so zählte ich auch diese Erfahrung zu diesen
kleinen, mehr oder weniger unbekannten Leckereien am Straßenrand, denen ich meistens nicht widerstehen kann, weil ich es einfach viel zu sehr mag, all diese Dinge zu probieren. Vor allem diese kleinen leckeren süßen Schweinereien in Form diverser Kuchen und Küchlein sind ein Gedicht.

Dennoch, oder auch weil ich nicht nur von solchen Dingen satt werden mag und sie auch nicht andauernd essen kann, suchte ich ~ schon wegen meiner beschriebenen Tajine Abneigung ~ nach Alternativen. Die gab es aber in den sogen. guten und empfohlenen Restaurants erfahrungsgemäß nicht. Aber ich fand sie in den kleinen Küchen, die es halt am Straßenrand reichlich gab. Sie waren für mich ja eh schon immer einen Blick in ihre Töpfe wert. Und so erspähte ich gleich neben meinem Hotel in so einem Arkadenlokal in einer ihrer Schüsseln etwas, das doch glatt aussah wie Kartoffelsalat. Halt nur auf marokkanische Art. Und von dem versuchte ich nun eine dicke Portion zu bekommen, was erst einmal gar nicht so einfach war. Ja regelrecht auf Unverständnis stieß, weil anscheinend noch niemand außer mir jemals diesen Wunsch geäußert hatte. Denn dieser Salat wird löffelweise mit diversen anderen essbaren Dingen in ein, der Länge nach aufgeschnittenes halbes Baguette oder ein Fladenbrot gefüllt ~ ähnlich dem Teil, das mich schon auf dem Jemna el Fna in Marrakesch begeistert hatte ~ und somit „normalerweise“ nicht einzeln verkauft. Aber ich bekam meinen großen Teller ohne irgendetwas anderes dazu. Zur großen Gaudi aller, die diese neue Kreation mit erlebten. Auf diese Weise schaffte ich es sogar, dass keine Fritten zusätzlich auf meinem Teller landeten, denn die sind nahezu immer Bestandteil eines Essens in diesen Küchen, egal, was man auch bestellt. Und es hat sich fast überall als fast unmöglich herausgestellt, mein Essen ohne diese Kartoffelfinger zu bekommen. Ich habe es in Worten versucht, es aufgeschrieben, ja, sogar einen Teller mit den Dingen skizziert, die ich haben wollte und auch hier dazu geschrieben „ohne Fritten“. Dennoch bekam ich in schöner Regelmäßigkeit mindestens ein Händchen voll dazu gelegt. Dass jemand keine Fritten wollte, war anscheinend unvorstellbar, zumindest ungewöhnlich. Wobei ich diese Dinger hin und wieder schon mal mag, aber eben nicht andauernd, zu allem und überall. Selbst in die aufgeschnittenen Brote kam 'ne Portion hinein. Allein bei dem Gedanken schüttelte es mich, wie auch bei den Schoko-Croissants zum Frühstück, denen ich manchmal nicht ausweichen konnte. Ich bin nun mal nicht mit Nutella, Milchschnitte, Erdnussbutter & Co groß geworden und mag bei aller Vorliebe für Süßes und Schokoladiges die Vorliebe für letzteres nicht auf die Kombination mit Brot ausweiten. Wobei Schokoladenkuchen davon ausgenommen ist, auch wenn er nicht gerade zu meinen Favoriten zählt.

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