Laos
ist nun inzwischen mein fünftes asiatisches Land. Es ist das Land, von dem ich zuvor am wenigsten wusste, außer dass es sehr schön und noch sehr ursprünglich sein soll und dass seine Menschen unglaublich freundlich seien. Was sich allerdings mir ~ zumindest in den ersten Tagen im westlichen Norden des Landes ~ bis auf wenige Ausnahmen völlig anders darstellte. Die Menschen erschienen mir fast noch muffeliger und unfreundlicher zu sein, als teilweise in Kambodscha. Von der Landschaft war meistens wenig bis gar nichts zu sehen, weil ein derartiger Dunst vor und über allem lag, dass man gemütskrank werden konnte. Und weil sich in diesem Teil des Landes nichts, aber auch gar nichts von dem gestaltetet, weswegen ich hergekommen war. Staubig und heiß war es außerdem. Ich war beinahe so weit, Laos, Laos sein zu lassen, um mit wehenden Fahnen nach Thailand zurückzukehren. Aber dann änderte sich alles, nachdem ich meinen Kurs ostwärts geändert hatte und über Oudomxai (Muang Xai) nach Nong Kiaw gefahren war.
Unabhängig von meinen Schwierigkeiten ist Laos ebenfalls ein Land mit kommunistischem Hintergrund und ehemaliges Partnerland der Ex-DDR. Man sieht ihm diese Vergangenheit oft noch an und bemerkt sie. So gibt es hier nach wie vor ziemlich viel Einheitsbrei, wie z.B. die Schilder, die für fast alle Gästehäuser nach wie vor gleich aussehen und das gleiche Format haben, gelber Untergrund mit roter Schrift. Von freiem Marketing ist auf diesem Gebiet ~ und wohl auch auf anderen ~ erst ansatzweise zu sehen. Oder die alten grauen Propaganda-Lautsprecher, die sich oft an „strategisch wichtigen“ Stellen befinden und auch heute noch für irgendwelche Durchsagen benutzt werden. Interessant fand ich, dass in der Laos PDR (Public's Democratic Republic) nach wie vor überall der große kommunistische Wimpel neben dem des Landes flattert. Es ist wie überall, bestimmte Leute können den alten Stallgeruch anscheinend nicht vergessen. Als nicht sonderlich politisch interessiertem kann es mir egal sein. Aber das fiel selbst mir auf. Am interessantesten fand ich jedoch etwas, das ich im Stefan Loose entdeckte. Nämlich, dass seinerzeit junge laotische Menschen zu einer Ausbildung in die DDR kamen und für diese Gunst ein Papier unterschreiben mussten, dass sie sich auf gar keinen Fall auf eine Liebschaft mit einem Bürger der Deutschen Demokratischen Republik einlassen würden. Und dieses Verbot lebt anscheinend weiter, denn wie man mir sagte, ist es laotischen Staatsbürgern nach wie vor untersagt, sich mit Westlern einzulassen / zu paaren / gar zu heiraten. Allerdings weiß ich nicht, ob es strafbar ist und wie hoch die Strafe ist. Nun denn.
